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Maior 2017: Recap

Das war's: Der Saisonauftakt der ORC-Saison liegt hinter uns. Drei bzw. zwei Tage bester Segelsport auf dem Stollergrund! Wir spüren jeden Knochen, warum das so ist, lest ihr hier:

Kinder, was für ein Wochenende. Ihr habt ja ggf. schon die Berichte auf Yacht Online bzw. bei der Segler-Zeitung gelesen. Das Wochenende über den 1. Mai hatte für die Seesegler wirklich alles in Petto. Kein Wind, Mittelwind und zu viel Wind sorgten für drei abwechslungsreiche Tage, noch dazu bei bestem Sonnenschein. Aber von Anfang an:

Nachdem wir bereits am Freitag Abend zu einem lockeren Get-Together bei den Hängern geladen hatten, war schnell klar: Das wird ein besonderes Wochenende. Nicht nur, dass niemand (!!) unsere coolen, hippen, angesagten Pen&Pixel Event-Shirts haben wollte, nein: Auch kündigte sich der Wetterumschwung bereits an. Dieser Mix aus Regen, dunklen Wolken, Sonnenschein und Rapsgelb, den es nur in Schleswig-Holstein zu betrachten gibt, davon gab es bereits am Freitag mehr als genug. Darüber hinaus soll nicht unerwähnt bleiben, dass in jeder der drei ORCi-Klassen neue Teams auf der Liste zu finden waren. Einem erfolgreichen Auftakt in den RVS Inshore Cup stand folglich nichts im Wege!

Kommt der Wind nach dem Regen...

Am Samstag dann zunächst Ernüchterung: Kaum Wind, dazu einstellige Temperaturen und Regen. Die Prognose versprach auch im Tagesverlauf kaum Besserung. Da hatte sich das frühe Aufstehen ja mal wieder gelohnt, oder etwa doch? Wettfahrleiter Stefan Kunstmann schickte die Teams zügig auf den Stollergrund, wo um 10:55 das erste Ankündigungssignal erklingen sollte. Doch zunächst: Regen und Startverschiebung. Zu groß waren die Winddreher um faire Bedingungen zu ermöglichen. Doch das Warten sollte sich auszahlen. Gegen Mittag riss der Himmel schlagartig auf und der neue Wind aus nördlicher Richtung setzte ein. Bei strahlendem Sonnenschein konnten so noch drei anspruchsvolle Rennen bei drehenden, teils böigen Winden zwischen 8 und 14 Knoten gesegelt werden. Als die Segler gegen 18:30 Uhr ihre Boote in Schilksee wieder festmachten dann auch prompt die ersten Überraschungen auf dem Leaderbord: In Klasse ORCi1 "X-Day" (Xp44) vor "Sportsfreund" (Soto 40). In Klasse ORCi2 "Sydbank" (X-41) zwar erwartet souverän auf Platz 1, die eigentliche Überraschung aber war die "Adamas" (Luffe 43) als Neueinsteiger aus dem Ostsee-Cup auf Rang 2 vor einer stark gesegelten "Intermezzo" (Dehler 42) auf Rang 3. 

In ORCi3, zahlenmäßig mit 21 Meldunden am stärksten besetzt führte nach drei Rennen "Hansen" (X-37) vor "Patent4" (Italia 9.98) und "Halbtrocken" (First 36.7). Die zwei weiteren Italia 9.98 "One Group" und "Immac Fram" auf den Rängen 5 und 6, "Goodspeed" (Dufour 34) aus Polen überraschend auf Rang 4. 

Kaiserwetter auf dem Stollergrund

Am Sonntag dann gleiches Spiel wie am Vortag? Von wegen! Über Nacht hatte der Wind wie angekündigt über Nord auf Nord-Ost gedreht und kräftig zugenommen. Bereits in Schilksee wehte es mit 18-20 Knoten was eine steile Welle auf dem Stollergrund implizierte. Da für den Pfingstmontag noch mehr Wind vorhergesagt war, machte die Wettfahrtleitung keine Gefangenen und lies die Segler 4 Rennen absolvieren. Die zunehmend starken Winde forderten so auch ihren Tribut. Nach und nach meldeten sich immer mehr Crews auf Grund von Schäden aus dem Renngeschehen ab. Am Ende dieser natürlich Selektion stand nicht nur ein stark dezimierte Seebahn, welche bei Winden zwischen 25 und 28 Knoten um Sekunden focht, sondern vor allem strahlende Crews nach einem unvergesslichen Segeltag: Stahlblauer Himmel, steile Wellen, harte Kreuzgänge und spekatuläre Surfs vor dem Wind. Mehr Stollergrund als am vergangenen Sonntag geht nicht! Entsprechend der Windbedingungen war klar: Nur wer sein Schiff beherrscht hatte Chance auf vordere Plätze. 

In ORCi1 konnte sich "X-Day" (Xp44) weiterhin vor "Sportsfreund" (Soto40) mit einem Punkt Vorsprung behaupten. Die Mädels der "Tutima" auf Rang drei. Weitere Crews aus Gruppe 1 - wie etwa die Marten 40 "Moana" hatten sich auf Grund von Bruch vorzeitig abgemeldet und waren dementsprechen abgeschlagen. In ORCi2 "Sydbank" (X-41) weiter souverän. Und auch "Adamas" (Luffe 43) konnte mit einem DNC als Streicher den zweiten Platz vor Intermezzo verteidigen. In Gruppe ORCi3 blieb "Hansen" (X-37) nach einem souveränen Tag auf dem 1. Platz vor "Immac Fram" (Italia 9.98) und "Halbtrocken" (First 36.7).
Für den Abend hatte der KYC zur Hot-Dog-Party / Tanz in den Mai in die Vaasahalle geladen - und fast alle Crews kamen. Angesichts der nochmals stürmischeren Prognose für den Montag munkelten manche Segler bereits, ob denn wohl gestartet werden würde.

Entscheidung am Montag: Kein Segeln im Grenzbereich

Als am Montagmorgen dann zum Skippers-Briefind der Wetterbericht ausgehängt wurde, hatten sie die OneDesign Klassen bereits gegen segeln entschieden - bzw. wurde ihnen von Seiten der Wettfahrtleitung diese Entscheidung abgenommen. Für die ORC-Klassen sollte hingegen ein anderes Verfahren greifen, nämlich im Dialog mit den ORC-Seglern und ihrer Klassenvereinigung, der RVS, einen Konsens für die Frage "Segeln oder nicht" zu finden. 
An dieser Stelle daher ein paar einordnende Worte zur Entscheidungsfindung am Pfingstmontag. Während des planmäßig abgehaltenen Skippersmeeting präsentierte Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann angesichts des Wetterberichts einen Alternativplan für die ORC-Klassen. Sollten die ORC-Segler, vertreten durch ihre Skipper, mehrheitlich segeln wollen, würde die Wettfahrtleiter eine kurze Bahn in der Strander Bucht auslegen. Der Haken: Das Gate hätte entsprechend einer Kurslänge von 1 Seemeile recht dicht vor dem Yachthafen Strande, und damit auf Legerwall gelegen. Zwar sollten Schlauchboote bereitgehalten werden, um Yachten im Notfall beizustehen, grundsätzlich äußerte aber auch die Wettfahrtleitung Bedenken an dieser Option. Die RVS wurde als Klassenvereinigung der Seesegler gebeten, ein Votum im Sinne der ORC-Klassen darüber abzugeben, ob gesegelt werden solle oder nicht. 
Nach einhelliger Diskussion mit den vertretenen Skippern aus allen drei Klassen votierte die RVS entsprechend der vertretenen Mehrheit gegen ein materialaufwändiges Segeln im Grenzbereich in der Strander Bucht. Wir hätten uns gewünscht, mit dieser Entscheidung früher beauftragt worden zu sein, so war es doch sehr kurzfristig und abhängig von den Anwesenden des Skippers-Meeting. Dennoch möchten wir uns beim Wettfahrtleiter-Team des KYC, allen voran Stefan Kunstmann für den Dialog und die gemeinschaftliche Entscheidungsfindung bedanken.

Besser vernetzt zur Entscheidung?

Damit wir in Zukunft auf entsprechende Situationen besser - sprich: frühzeitiger - reagieren können, erwägen wir die Nutzung von WhatsApp-Gruppen bei zukünftigen Events bei denen die RVS personell vertreten ist. In einer solchen Gruppe könnten dann der Wettfahrtleiter, die RVS sowie die Skipper / Verantwortlichen jedes teilnehmenden Bootes direkt miteinander kommunizieren. Mal sehen.
2017 war auf jeden Fall eine schöne Maior und wir sind zuversichtlich, dass die kommenden Events - sei es im Inshore oder im Offshore-Cup - nichts an Segelspass einbüßen werden. 

Bis bald,

eure RVS

 

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