
2012 ORC Rules and Regulations are available
ORC 2012 Rules are downloadable for free from this web site to be saved and printed as needed. Compliance with IMS Rule 304 (a copy of the Rules must be on board while racing) can thus be fulfilled by having the pdf file on a computer, tablet or any other device taken on board while racing. Any clarifications, intepretations or updates that may become necessary, will be published on this page.
ORC-INTERNATIONAL und ORC-CLUB
Die wichtigsten Änderungen im VPP, beide Messbriefe betreffend
Die Änderungen im GPH Wert in 2012 werden im Vergleich zu den vergangenen Jahren wieder etwas geringer ausfallen. Bei vereinzelten Extremfällen können jedoch Änderungen bis zu mehreren sec/nm vorkommen.
• Das Aerodynamik Modell ist nach der realitätsnäheren Reffprozedur in 2010 und zusätzlich mit den neuen Spinnaker-Einflussgrößen in 2011 nach aufwändigen Windtunnelversuchen weiter verfeinert worden. Die simulierte Reffprozedur beinhaltet nun auch die Vorsegel und berücksichtigt deren veränderbaren Twist.
• „Dynamic Allowance“ Vergütung wird verändert
• Die Berücksichtigung der Effekte eines getauchten Spiegels bei einigen Schiffstypen ist erneut weiter verbessert worden.
• Crewpositionierung in Schiffslängsrichtung bei Vor-Wind Kursen und der resultierende Trimm wird berücksichtigt.
• „detachable inner stays“ die nicht verstellbar sind, werden als „fixed“ berechnet.
Regeln
Neu: ORC 208.5 „The Spinnaker luff shall not be attached to the forestay.“
Das „Standard Notice of Race“ im Greenbook (Weltmeisterschaftsregeln) enthält u.a. einen modifizierten Zeitplan.
Sicherheitsbestimmungen
Die neue Version der ISAF Offshore Sicherheitsbestimmungen (Special Regulations) ist für 2012 und 2013 gültig. (www.sailing.org) Diese sehr umfangreichen Sicherheitsbestimmungen sind nur für solche Regatten einzuhalten, bei denen dies ausdrücklich gefordert ist. Üblicherweise wird dies in der Ausschreibung ausdrücklich erwähnt. Alle aktuellen Entscheidungen finden sich unter o.g. Link der ISAF.
Aus den Beratungen in 2010 gingen bereits Änderungen für 2012 hervor, die im Folgenden noch einmal aufgeführt werden:
Es ist vorgesehen für alle ab 1. Januar 2011 gekauften Rettungswesten einen integrierten Harness (ISO 12401), sowie eine Lampe und eine Schutzhaube vorzuschreiben. Insbesondere sollen nur noch solche Westen als konform angesehen werden, die den neue ISO Standard 12402 erfüllen. Der genaue Wortlaut wird in der Neuausgabe der Special Regulations 2012 zu finden sein. Bei vorgesehenen Neuanschaffungen sollte man dieses jedoch schon jetzt berücksichtigen. Die ISAF wird auf ihrer homepage www.sailing.org hierzu einen genauen Wortlaut veröffentlichen.
Zusätzlich sind in den vergangenen Jahren immer häufiger Rettungsinseln mit gefälschten ISO Zertifikaten auf dem Markt aufgetaucht. Hier sollte man beim Kauf Vorsicht walten lassen und ggfs. ebenfalls die Internetseite der ISAF konsultieren.
Zum Erhalt eines vollgültigen ORC-INT-Messbriefes ist eine vollständige IMS-Vermessung des Bootes erforderlich.
Da das ORC-INT als sehr komplexe Handicapformel, die möglichen Bootsgeschwindigkeiten und Rennwerte (Handicap) über das gesamte potentielle Leistungsspektrum einer Yacht berechnet, ist die Genauigkeit der Vermessung natürlich von maßgeblicher Bedeutung.
Die komplette für ORC-INT erforderliche
IMS-Vermessung besteht aus:
• Rumpfvermessung (Digitalisierung der Rumpfform)
• Wasservermessung (Krängungs-, bzw. Stabilitätsversuch, Schwimmlage)
• Riggvermessung
• Segelvermessung
Der Zeitaufwand zur Durchführung einer kompletten Vermessung beträgt je nach Bootsgröße und äußeren Bedingungen ca. 12-16 Std.
Für die Rumpfvermessung ist ein Hallenplatz mit waagerechter und ebener Bodenfläche, sowie ausreichend Platz rund um das aufgebockte Schiff notwendig. Empfehlenswert ist mindestens ein freier Seitenabstand in der Größenordnung der Höhe der Sheerline des aufgebockten Schiffes über dem Boden. Durch die seit 2009 eingesetzte, neue Vermessungsmaschine ist der seitliche Platzbedarf etwas reduziert worden. Jedoch muss durch den eingesetzten Laser das Schiff nun in einer Halle platziert werden, um Streulichteffekte auszuschließen. Seit 2010 können Designerdaten direkt in ORC-I Rumpfdateien umgewandelt werden. Hierzu muss der jeweilige Designer Kontakt mit dem ORC direkt aufnehmen, da dieser Service ausschließlich zentral durch das ORC angeboten wird. www.orc.org
Bei Einzelbauten ist in jedem Fall eine komplette Vermessung erforderlich, es sei denn, dass einzelne Bereiche von bereits vorliegenden anderen Vermessungen, wie z.B. Dansk-Handicap, übernommen werden können.
Bei Serienyachten kann i.A. auf die Rumpfvermessung verzichtet werden, wenn bereits ein identisches Schwesterschiff, u.U. auch im Ausland, vermessen wurde. In diesem Fall werden die digitalisierten Rumpfdaten von dem Schwesterschiff übernommen und der Eigner bezahlt einen Pauschalbetrag für die Übernahme dieser Vermessung. Dieser Pauschalbetrag beträgt i.d.R. ca. 30 % der Kosten für eine vollständige Rumpfvermessung. Dies gilt auch dann, wenn es einen ORC zugelassenen Designdatensatz als Rumpfdatei gibt. (s.o.)
Bei Varianten (Tiefgang etc.) eines ansonsten baugleichen, bereits vermessenen Schiffes, ist in Zukunft nicht mehr zwingend die komplette Neuvermessung der Rumpfgeometrie notwendig. Dies ist im Einzelfall mit dem zuständigen Vermesser zu besprechen.
Gibt es verschiedene Versionen einer Serie (z.B. unterschiedliche Kiele), die von bereits vermessenen Schwesterschiffen abweichen, muss dieses dem Vermesser bekannt gemacht werden. Die Vorlage von Zeichnungen kann hilfreich sein, wenn es darum geht zu entscheiden, ob vorliegende Rumpfvermessungen verwendbar sind, bzw. in welchem Umfang neue Aufmaße erforderlich sind.
Für einige Serienyachten bei denen die Werft eine Einheitlichkeit (One-Design) garantiert, kann bis auf die Segelvermessung, die Vermessung komplett entfallen. Der Messbrief wird auf Vorlage einer Werftbescheinigung ausgestellt. Bedingung hierfür ist, dass zwischen ORC (bzw. DSV) und Werft eine entsprechende Vereinbarung besteht, und eine Rumpfdatei vorhanden ist. (dies ist für die gängigsten One Designs der Fall)
Für einige Einheitsklassen, die nach den jeweiligen Klassenregeln vermessen wurden, kann ebenfalls von einer IMS-Vermessung abgesehen werden. Der ORC-INT-Messbrief wird auf Vorlage des Einheitsklassen-MB (One-Design) erstellt.
Sonderfälle werden direkt mit dem Vermesser besprochen. Fahrtkosten und Spesen werden gesondert abgerechnet.
Die meisten deutschen Segelmacher sind vom DSV zum Vermessen der von ihnen hergestellten Segel lizenziert. Es empfiehlt sich Regattasegel vom Segelmacher bereits vermessen zu kaufen.
Die Gebühr in 2012 für die erstmalige Neuausstellung eines ORC-INT-Messbriefes beträgt 165.- Euro.
Die jährliche Erneuerung kostet in 2011 135.- Euro.
Von den Messbriefgebühren werden 75.- Euro an den Offshore Racing Congress abgeführt.
Der interessierte Eigner kann sich direkt an einen IMS Vermesser wenden, um Vorgehen und Termine abzusprechen. Es empfiehlt sich, vorher bei der Werft oder beim Händler Informationen einzuholen, ob bereits ORC-INT bzw. IMS-Vermessungen für Schwesterschiffe existieren und wo (Ausland) ggf. Rumpfvermessungsdaten erhältlich sind. Die neuen Online Services auf www.orc.org können hier eine Hilfe zur Vorbereitung sein.
Beachten Sie bitte, dass der Vermesser das Schiff mindestens einmal an Land in Augenschein nehmen muss, um die Propellerdaten aufzunehmen und ggfs. die Kielversion festzustellen. Treten Sie hierzu frühzeitig mit einem Vermesser in Kontakt. Meist können solche Tätigkeiten vor Ablieferung des Schiffes, bzw. noch im Winterlager vergleichsweise unaufwändig erledigt werden.
Es bietet sich hierbei an, auch das Rigg zu messen und ggfs. zu wiegen, so es zugänglich ist.
Deutscher Segler-Verband
Technik 15.11.2011