
1. ORC-INTERNATIONAL
Der Meldung zu einer Regatta muss der gültige Messbrief in Fotokopie beigefügt sein. Ein gültiger Messbrief trägt die Unterschrift des Eigners/Steuermann sowie den Namen oder Stempel des zuständigen Seglerverbandes. Er muss mit dem Datum für letzte Änderungen in der jeweiligen Ausschreibung korrespondieren. Ist dieser nicht explizit angegeben, gelten 5 Werktage vor Beginn der Veranstaltung als akzeptabel.
Ein bei Beginn der Wettfahrtserie vorliegender Messbrief kann bis zur Beendigung der Serie nicht durch einen anderen ersetzt werden.
Die Einstufung bzw. Klasseneinteilung erfolgt nach „Offshore Handicap (sec/m)“ GPH. Die Wahl des Auswertesystems behält sich die jeweilige Wettfahrtleitung vor.
1.1. Klasseneinteilung
ORC-INT 1 - XXX
ORC-INT 2 XXX - XXX
ORC-INT 3/4 XXX - XXX
Die abschließenden, verbindlichen Gruppengrenzen werden ab März auf der DSV Homepage und im Begleitschreiben zu den Messbriefen mitgeteilt. www.dsv.org
1.2. Bei großen Teilnehmerzahlen wird eine zusätzliche Unterteilung in A- und B-Gruppen empfohlen. Es wird empfohlen, den „Dynamic-Allowance“-Wert als Kriterium der Unterteilung zugrunde zu legen. Hiermit soll erreicht werden, dass Yachten gleicher Charakteristik in einer Gruppe segeln. Die Einteilung und ggfs. Weitere Unterteilungen obliegen alleine der Wettfahrtleitung. Siehe 6.6.
1.3. Einteilung in Cruiser/Racer und Performance
Ein Veranstalter kann die ORC-INT-Klassen nach Performance- und Cruiser/Racer-Divisionen unterteilen. Bei Ranglisten-Regatten müssen jedoch die unterteilten Klassen den gleichen Start haben und die gleiche Bahn segeln.
1.4. Performance-Division
Yachten deren ORC Messbrief sie als Performance ausweisen.
1.5. Cruiser/Racer-Division
Yachten deren ORC Messbrief sie als Cruiser/Racer ausweisen.
1.6. Bestimmungen der Cruiser/Racer Division siehe IMS Regeln unter www.orc.org
1.7. ORC-INT-Auswertesysteme
a). Wertung mit festen Handicaps (Time-on-Distance, Time-on-Time)
Einfachste Art, ORC-Regatten auszuwerten, geeignet für Clubregatten und für Langstrecken Regatten, bei denen es nicht ganz so genau sein muss.
Time on Distance Wertung:
Berechnete Zeit =
Gesegelte Zeit - (Handicap x Bahnlänge)
Time on Time Wertung:
Berechnete Zeit =
Gesegelte Zeit x Faktor
Inshore Handicap:
50% Kreuzanteil, geeignet für Up/down Regatten
Offshore Handicap:
geringerer Kreuzanteil, geeignet für Mittel- und Langstrecken oder sog. Coastal-Rennen.
b). Werden reine Up-Down Regatten angeboten, sollen diese nach Performance Curve gewertet werden. Wenn die Anteile Kreuz und Downwind je exakt 50% betragen (kein Verholer, kein Start-offset, etc) so ist die Option Selected Course, Windward Leeward anzuwenden. Diese ist im Messbrief bereits beschrieben.
Weicht der Kurs aus irgendwelchen Gründen (Wetter, Zeitlimit) von den 50% Anteilen ab, so soll die Performance Curve mit dem sog. Constructed Course berechnet werden (Annahme 0° Kurslage und Nordwind). Im Ergebnis ist dies dieselbe Prozedur, nur korrigiert um den jeweils fehlenden Kreuz- oder Downwind-Anteil.
1.8 Altersvergütung
Eine Altersvergütung ist in den Handicaps bereits enthalten (Age Allowance).
2. Vergütungslose Klassen
Klassen, deren Yachten ohne Vergütung segeln, werden nach gesegelter Zeit gewertet. Für die Aufnahme solcher Klassen in das Programm sollen mindestens fünf Meldungen pro Klasse vorliegen. Eigner von Yachten, die ohne Vergütung segeln wollen, kreuzen dies unter der entsprechenden Rubrik im Meldeformular an.
Die Bescheinigung über die Zugehörigkeit zu der betreffenden Klassenvereinigung ist der Meldung beizufügen. Außerdem werden solche Yachten wenn möglich innerhalb der ORC-INT-Gruppe ausgewertet, soweit es sich auch um Wanderpreise der entsprechenden Gruppen handelt. Für Einheitsklassen gelten deren Klassenvorschriften.
3. ORC-CLUB
Das vereinfachte Handicapsystem auf ORC-INT-Basis.
Es ist der gültige Messbrief vorzulegen. Ein gültiger Messbrief trägt die Unterschrift des Eigners/Steuermann sowie den Namen oder Stempel des zuständigen Seglerverbandes.
3.1 Klasseneinteilung
Eine Einteilung erfolgt nach dem Offshore Handicap (sec/m) GPH. Eine Klasseneinteilung gemäß 1.1 wird empfohlen.
3.2 Auswertung
Die Wertungsart ist in der Segelanweisung festzulegen.
3.3 Teilnahme von ORC-INT-Yachten unter ORC-CLUB Wertung
Ist ohne weiteres möglich. Es sind die gleichen Handicap-Werte anzuwenden.
4. YARDSTICK
Die Einstufung erfolgt anhand der neuesten DSV-Liste sowie der Revier- bzw. Vereinslisten.
Revier- bzw. Vereinslisten haben hierbei Vorrang.
4.1. Übliche Auswertung (Time-on-Time)
Berechnete Zeit = Gesegelte Zeit x 100 / Yardstickzahl.
5. Andere Handicap Systeme
Es ist der zuletzt ausgestellte, gültige Messbrief vorzulegen.
6. SONSTIGES
6.1. Achterstagflagge:
Am Achterstag ist die Start(gruppen)flagge zu setzen.
6.2. ORC-INT/ORC-Club und Yardstick:
ORC-INT/ORC-Club-Yachten mit gültigem Messbrief können im Allgemeinen nicht unter Yardstick starten. Es bleibt der Wettfahrtleitung vorbehalten, von dieser Regelung abzuweichen.
6.3. Startfolge:
Falls die Revierbedingungen es zulassen, sollen die kleineren bzw. langsameren Boote zuerst starten.
6.4. Werbung:
Werbung muss der ISAF Regulation „advertising code“ entsprechen.
6.5. Sicherheitsbestimmungen
Nach ORC-INT vermessene Yachten sollen mindestens der Kategorie 4 der Sicherheitsbestimmungen der Kreuzer-Abteilung des DSV, bzw. den Offshore Special Regulations Cat. 5 der ISAF entsprechen. Es ist in der Ausschreibung festzulegen, ob die ISAF Offshore Special Regulations oder die Sicherheitsbestimmungen der Kreuzer-Abteilung des DSV zur Anwendung kommen.
6.6. Gruppeneinteilung:
Sind in einer Klasse mehr als 15 Meldungen eingegangen, behält sich die Wettfahrtleitung vor, eine Gruppeneinteilung vorzunehmen.
Die Gruppeneinteilung aller Klassen erfolgt durch den Wettfahrtausschuss, dessen Entscheidung endgültig ist. Die Wettfahrtleitungen behalten sich durch Nachmeldungen oder neue Erkenntnisse notwendig erscheinende Änderungen der Gruppeneinteilung bis zum Ende der jeweiligen Steuermannsbesprechung vor. Änderungen werden durch Aushang bekannt gegeben.
6.7. Verstöße gegen Klassenvorschriften, die Definition der Yardstickbasis des DSV oder den Messbrief können Protestgrund sein.
6.8. Punktsystem siehe RRS der ISAF, Low Point System.
6.9. Meldungen, die an zusätzliche Bedingungen seitens der Teilnehmer gebunden sind, sollen zurückgewiesen werden.