Seesegeln

Vermessung

Vermessung, Aufwand und Kosten

Zum Erhalt eines vollgültigen ORCi-Messbriefs ist eine relativ umfangreiche Vermessung des Bootes erforderlich. Da ORCi als sehr komplexe Handicap-Formel die möglichen Bootsgeschwindigkeiten und Rennwerte über das gesamte potenzielle Leistungsspektrum einer Yacht berechnet, ist die Genauigkeit der Vermessung von maßgeblicher Bedeutung. 

Die komplette für ORCi erforderliche IMS-Vermessung besteht aus:

  • Rumpfvermessung (Digitalisierung der Rumpfform)
  • Wasservermessung (Krängungs- bzw. Stabilitätsversuch)
  • Riggvermessung
  • Segelvermessung

Der Zeitaufwand zur Durchführung einer kompletten Vermessung beträgt je nach Bootsgröße und äußeren Bedingungen ca. zehn bis 15 Stunden. Für die Rumpfvermessung ist ein Hallenplatz mit waagerechter und ebener Bodenfläche sowie ausreichend Platz rund um das aufgebockte Schiff notwendig. Durch die seit 2009 eingesetzte, neue Vermessungsmaschine ist der seitliche Platzbedarf etwas reduziert worden. Jedoch muss durch den eingesetzten Laser das Schiff nun in einer Halle platziert werden, um Streulichteffekte auszuschließen. Bei Einzelbauten ist in jedem Fall eine komplette Vermessung erforderlich, es sei denn, dass einzelne Bereiche von bereits vorliegenden anderen Vermessungen, wie z. B. Dansk-Handicap, übernommen werden können.

Bei Serienyachten kann unter Umständen auf die Rumpfvermessung verzichtet werden, wenn bereits ein identisches Schwesterschiff, möglicherweise auch im Ausland, vermessen wurde. In diesem Fall werden die digitalisierten Rumpfdaten von dem Schwesterschiff übernommen, und der Eigner bezahlt einen Pauschalbetrag für die Übernahme dieser Vermessung. Dieser Pauschalbetrag beträgt in der Regel  30 bis 40 Prozent der Kosten für eine vollständige Rumpfvermessung. Dies gilt auch dann, wenn es einen ORC-zugelassenen Designdatensatz als Rumpfdatei gibt.

Für einige Serienyachten, bei denen die Werft eine Einheitlichkeit (One-Design) garantiert, kann bis auf die Segelvermessung, die Vermessung komplett entfallen. Der Messbrief wird auf Vorlage einer Werftbescheinigung ausgestellt. Bedingung hierfür ist, dass zwischen ORC (bzw. DSV) und Werft eine entsprechende Vereinbarung besteht und eine Rumpfdatei vorhanden ist.

Für einige Einheitsklassen, die nach den jeweiligen Klassenregeln vermessen wurden, kann ebenfalls von einer IMS-Vermessung abgesehen werden. Der ORCi-Messbrief wird auf Vorlage des Einheitsklassen-Messbriefs (One-Design) erstellt.

Vermessungskosten

  • Die Kosten für eine IMS-Vermessung (außer Segel) betragen erfahrungsgemäß je nach Bootsgröße zwischen ca. 550.- Euro (LOA bis 33 Fuß) und 1000.- Euro (LOA um ca. 40 Fuß).
  • Entfällt bei Serienyachten die Rumpfvermessung, reduziert sich die Vermessungsgebühr auf ca. 350.- bis 550.- Euro.
  • Sonderfälle werden direkt mit dem Vermesser besprochen. Hinzu kommen die Kosten für die Segelvermessung (ab 35.- pro Segel) sowie gegebenenfalls Fahrtkosten.
  • Die meisten deutschen Segelmacher sind vom DSV zum Vermessen der von ihnen hergestellten Segel lizensiert. Es empfiehlt sich, Regattasegel vom Segelmacher  bereits vermessen zu kaufen. 
  • Die Gebühr in 2014 für die erstmalige Neuausstellung eines ORCi-Meßbriefes beträgt 165.- Euro.
  • 2014 kostet die jährliche Erneuerung 135.- Euro
  • Eine Liste mit allen aktuellen ORC Vermessern finden Sie hier,

Weitere Informationen finden Sie hier.

Interessierte Eigner können sich direkt an einen ORC-Vermesser wenden, um Vorgehen und Termine abzusprechen. Es empfiehlt sich, vorher bei der Werft oder beim Händler Informationen einzuholen, ob bereits ORC international- beziehungsweise IMS-Vermessungen für Schwesterschiffe existieren und wo gegebenenfalls Rumpfvermessungsdaten erhältlich sind. Die neuen Online-Services auf www.orc.org können hier eine Hilfe zur Vorbereitung sein.

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