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ORC Club

ORC Club

ORC Club basiert als vereinfachtes Handicap-System auf ORC international und dient als Bindeglied zu den lokal angewandten, oft empirischen Ausgleichssystemen wie z. B. Yardstick und Dansk Handicap.ORCi kann aufgrund der Komplexität, des erforderlichen Vermessungsaufwandes und der damit verbundenen Kosten diese Funktion nicht übernehmen. ORC Club ist als Alternative zu nationalen Handicap-Regeln inzwischen weltweit anerkannt.Für Deutschland ist eine internationale Formel für den Club-Level wichtig. Inzwischen besitzen jährlich über 8000-Yachten weltweit einen ORC-Messbrief.

So funktioniert ORC Club

Grundlage für ORC Club ist das Geschwindigkeitsprognose-Programm VPP des Offshore Racing Congress. Mit diesem wird die Bootsgeschwindigkeit für 70 verschiedene Segelbedingungen errechnet und als Handicap in sec/sm auf dem Messbrief ausgedruckt. Während bei ORCi die Bootsgeschwindigkeiten auf 1/100 kn berechnet werden, wird bei ORC Club eine geringere Genauigkeit verwendet. Entsprechend ungenauer sind die Ergebnisse. Die von ORC Club zu erwartende Genauigkeit liegt etwa in der Mitte zwischen ORCi und dem empirisches System Yardstick.

Handicaps werden für Inshore-Rennen (etwa 50 % Kreuzanteil) und Offshore-Regatten (geringer Kreuzanteil) berechnet:

  • in sec/sm für die Auswertung nach Zeit auf Distanz
  • als Zeitmultiplikator für die Auswertung Zeit auf Zeit  
  • als 2-Faktoren-System, mit dem das Geschwindigkeitsverhältnis der Jachten bei unterschiedlichen Windstärken besser bewertet wird als bei einem Einfaktor-System.

Das ist der Vorteil von ORC Club

Große Pluspunkte für ORC Club sind das hinter dem ORC stehende, internationale Know-how und die Vergleichbarkeit mit dem ORCi-System. Die gesamte ORC-Datenbank mit weltweit über 10000 vermessenen Serienyachten mit mittlerweile 77.000 Datensätzen steht für ORC Club zur Verfügung. Eine Typenformung, die bei anderen einfachen Handicap-Formeln normalerweise unvermeidbar ist, wird auf ein Minimum reduziert.

  • ORC Club bietet bei geringstem Vermessungsaufwand die größtmögliche Genauigkeit
  • ORC Club bewertet das Crewgewicht, die Stabilität und die Trimmbarkeit des Riggs
  • Weil ORCi- und ORC Club-Handicaps nach dem gleichen Rechenmodell ermittelt und ausgewertet werden, können ORC Club-Yachten auch bei ORCi-Regatten mitsegeln, sofern der Veranstalter das zulässt
  • Die für ORC Club vorgenommenen Vermessungen können später für einen gültigen ORCi-Messbrief übernommen werden

Vermessungsaufwand und Kosten


Zum Erhalt des ORC Club-Messbriefs sind lediglich die Segelvermessung durch einen Segelmacher/Vermesser sowie einige wenige Riggdaten erforderlich. Alle weiteren Daten können aus Prospekten, Werft- und Eignerangaben sowie Fotos ermittelt werden.

Bei Serienyachten werden gegebenenfalls bereits vermessene Schwesterschiffe, bei Einzelbauten ähnliche Rümpfe aus der ORC-Datenbank zugrunde gelegt. Die meisten Segelmacher sind vom DSV zum Vermessen ihrer Segel lizenziert, somit beschränkt sich der Aufwand für den Eigner auf das Zusammensuchen der erforderlichen Dokumente und gegebenenfalls auf das Schießen einiger Fotos sowie das Messen einiger Größen am jeweiligen Decks- und Rigg-Layout.

2014 betragen die Kosten für die Erstausstellung eines Messbriefes 75,- Euro.

Der Messbrief ist jeweils bis zum Jahresende gültig und kann danach verlängert oder in einen vollgültigen ORCi-Meßbrief umgewandelt werden, wenn die dafür erforderlichen Vermessungen erfolgt sind. Die jährliche Erneuerung kostet 70,- Euro.

Ausführliche Informationen und Antragsformulare für den ORC Club-Messbrief sind in der DSV-Geschäftsstelle (Tel: 040-632 00 964, Fax: 040-632 00 928, E-Mail: technik@dsv.org) erhältlich sowie im Internet unter http://www.dsv.org und beim ORC unter http://www.orc.org.

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